Quantensprung: 1. Nachwuchs-Akademie und Preisverleihung für Quantentechnologien

VDI TZ, Martin Stollberg

Die Zukunftsperspektiven der Quantentechnologien werden derzeit heiß diskutiert. Mit dem neuen Quantum-Futur-Programm möchte das BMBF die Entwicklungen mit den besten jungen Wissenschaftlern in Deutschland vorantreiben.

VDI-TZ, Martin Stollberg

Geht es um den technischen Fortschritt der Zukunft, kommt man an der Quantentechnologie nicht vorbei. Junge Start-Ups und etablierte Großunternehmen investieren bereits in das immense Anwendungspotential der Quantentechnologien – innovative Konzepte und qualifizierter wissenschaftlicher Nachwuchs sind gefragt. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Quantum-Futur-Programm gestartet. „Quantentechnologien sind derzeit ein wichtiges Thema, auch für die neue Bundesregierung. Viele spannende Forschungsfragen stehen an. Vor allem aber wollen wir erreichen, dass Deutschland erfolgreich ist beim Wettbewerb um junge Wissenschaftler. Deshalb haben wir den Quantum Futur-Wettbewerb gestartet und die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler eingeladen, mit dem BMBF und der Wirtschaft über die Quantentechnologien und ihre Perspektive zu diskutieren“, so Frank Schlie, zuständiger Referatsleiter im BMBF.

Junge Nachwuchswissenschaftler bei der 1. Quantum Futur Akademie

Das Interesse an der ersten Quantum Futur-Akademie war groß: 50 Studierende der Ingenieur- und Naturwissenschaften aus ganz Deutschland hatten sich beworben. 30 davon konnten Ende März eine Woche lang die unterschiedlichsten Bereiche der Quantentechnologien kennenlernen – von der Forschung bis zur Anwendung. Beginnend mit einem Design-Thinking-Workshop im UnternehmerTUM in München lernten sie kreative Innovationsmethoden kennen, um so die Quantentechnologie für neue Produkte und Lösungen von Morgen zu denken. Auf dem anschließenden Gründerabend im Makerspace gaben Quantentechnologie-Start-Ups hilfreiche Tipps und gewährten Einblicke in den Alltag eines jungen High-Tech-Unternehmens. Am Zentrum für integrierte Quantenwissenschaft und -technologie IQST, dem diesjährigen Gastgeber der Quanten-Akademie, wurden neben Laborbesichtigungen auch die neuesten Ergebnisse der universitären Forschung vermittelt. Hier werden hochaktuelle Fragen untersucht, wie Quantentechnologien beispielsweise biomedizinische Anwendungen verbessern oder für Sensorik und Quantencomputing genutzt werden können. Besuche am Bosch Campus in Renningen, am Ulmer Zentrum für translationale Bildgebung (MoMAN), beim Weltmarktführer für Lasermaschinen Trumpf und bei der Daimler Benz AG vermittelten den Studierenden zusätzlich einen nachhaltigen Praxiseindruck und ermöglichten erste Kontaktanbahnungen in die Wirtschaft.

Sogar Thomas Skordas, Direktor bei der Europäischen Kommission und zuständig für das Quantentechnologieprogramm, war eigens nach Stuttgart gereist, um die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern kennenzulernen und sich ihre Gedanken zur Quantentechnologie anzuhören. Es entwickelte sich eine spannende Diskussion.

VDI-TZ, Martin Stollberg

Auszeichnung der besten Quantenforschungen beim 1. Quantum Futur-Award

Abschließendes Highlight der „Quantenwoche“ war die öffentliche Festveranstaltung an der Universität Stuttgart mit der erstmaligen Verleihung des Quantum Futur-Awards vor 250 Gästen. Der Preis wird vom BMBF für herausragende Master- und Promotionsarbeiten zur anwendungsorientierten Quantentechnologie vergeben, die sich insbesondere mit der technischen Anwendung von kontrollierten Quantenzuständen beschäftigen. Eine Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wählte vier Preisträger aus über 25 Bewerbungen junger Nachwuchswissenschaftler aus, deren exzellente Arbeiten im Bereich der Quantentechnologien mit Preisgeldern von bis zu 6000 Euro ausgezeichnet wurden.

 

1. Platz: Sven Bodenstedt, Universität Stuttgart

Im Rahmen seiner Masterarbeit hat er in Kooperation mit Seagate, einem führenden Hersteller von Festplatten, Quantensensoren in Diamant untersucht, die in der Lage sind, Magnetfelder und Temperaturen von Prototypen-Festplatten extremgenau zu charakterisieren und so einen entscheidenden Schritt für die Entwicklung zukünftiger Speichermedien zu leisten.

 

2. Platz: Felix Stürner von der Universität Ulm

In seiner Masterarbeit hat er ebenfalls Diamant und speziell Stickstoff-Fehlstellenzentren (NV-Zentren) untersucht, die als neuartige Sensoren genutzt werden können.

 

 

1. Platz: Dr. Carsten Robens, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Es ist ihm gelungen, den Stand der Forschung auf dem Weg zum Quantencomputer mit neutralen Atomen ein Stück weit voranzubringen. Das Kernstück seiner Arbeit ist eine neue Methode, die einzelne Atome abhängig von ihrem internen Zustand transportiert und dadurch eine bisher beispiellose Kontrolle über die Position von Atomen in sogenannten polarisationssynthetisierten optischen Gittern ermöglicht.

 

2. Platz: Dr. Daniel Riedel, Universität Basel

Das Ziel seiner Arbeit war es, die Photonen-Ausbeute von einzelnen NV-Zentren zu verbessern, da diese das größte Hindernis auf dem Weg zu einer technologischen Anwendung von NV-Zenten darstellt. NV-Zentren haben ein sehr großes Anwendungspotential in der Quanteninformationsverarbeitung.